Gemeinsames Infopapier von NABU, Biofuelwatch und ROBIN WOOD
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Cemex Zementwerk in Rüdersdorf, Foto: Zavijava2, Wikimedia Commons
Für das Zementwerk der Cemex in Rüdersdorf nahe Berlin plant das Unternehmen gemeinsam mit dem Entsorgungsunternehmen Alba eine Anlage zur Biomasse-Torrefizierung mit einer Kapazität von 60.000 Tonnen pro Jahr zu bauen. Aus 110.000 Tonnen mit wenig Schadstoffen belastetem Altholz sollen dabei spezielle „schwarze“ Holzpellets hergestellt werden. Diese Technologie wurde bisher noch nicht erfolgreich in einer vergleichbar großen Anlage demonstriert und birgt beträchtliche Sicherheitsrisiken.
Die angekohlten Pellets sollen in der Zementverbrennung Kohle ersetzen sowie an andere Abnehmer verkauft werden. Das Cemex-Werk in Rüdersdorf soll eins der ersten Zementwerke sein, welches keine fossilen Brennstoffe benötigt und klimaneutral wird. Doch das Verbrennen von Pellets aus stofflich nutzbarem Altholz ist keineswegs klimaneutral, da die direkten CO2-Emissionen nicht geringer sind als bei der Kohleverbrennung. Außerdem steigt der Druck auf die Wälder, da das Altholz nicht für die Produktion von Spanplatten zur Verfügung steht und deren Hersteller stattdessen auf Holz aus dem Wald angewiesen sind.
Die Rohstoffversorgung der Holzwerkstoffindustrie in der Region Berlin-Brandenburg ist bereits jetzt angespannt. Mit der neuen Anlage bei Cemex sowie den für die Berliner Fernwärme geplanten Holzkraftwerken wird künftig zusätzliches Altholz verheizt, statt weiter klimaschonend recycelt und in Holzprodukten genutzt zu werden. Auch bei schwer zu elektrifizierenden Anwendungen in der Industrie wie der Zementproduktion darf daher kein Holz verheizt werden, das noch weiter stofflich genutzt werden könnte.