Umweltgruppen begrüßen Airbus’ Rückzieher bei Fernwärme aus Holzgroßkraftwerk in Stade

Gemeinsame Pressemitteilung von der Bürgerinitiative Bützfleth, ROBIN WOOD, NABU und Biofuelwatch vom 05.02.2026

Airbus hat laut Medienberichten entschieden, keine Fernwärme aus der von Hansekraft geplanten Holz-Großfeuerungsanlage zu beziehen. Damit kommt das Unternehmen den Forderungen einer Petition der Umweltgruppen nach, die bereits von mehreren Tausend Personen unterschrieben wurde.1 Die Petition warnt Hansekrafts potenzielle Wärme-Kunden, dass das geplante Holzheizkraftwerk dem Klima schadet, wertvolle Ressourcen verschwendet und das Risiko eines Störfalls sowie die Schadstoffbelastung der Luft steigert.

Zudem veröffentlichte die Bürgerinitiative Bützfleth im November ein Papier des Energieexperten Dr. Michael Huber,2 in dem die hohen wirtschaftlichen Risiken eines großen neuen Holzheizkraftwerks dargelegt werden. Dr. Huber warnte in dem Papier davor, dass der Betrieb langfristig zu hohen Fernwärmekosten und bei AOS zu hohen Prozessdampf-Kosten führen wird, da in Zukunft mit einer größeren Konkurrenz um Holz und damit höheren Holzpreisen zu rechnen ist. Er hob hervor, dass der Standort Stade ideal für eine Elektrifizierung sowohl der Fern- als auch der Prozesswärme ist.

Jan Witt von der Bürgerinitiative Bützfleth sagt: “Zwar hat Airbus sich nicht zu den Gründen ihrer Entscheidung geäußert, aber offenbar haben sie schwere Bedenken dagegen, von Fernwärme aus der Holzverbrennung abhängig zu werden, entweder wegen Reputationsschäden oder aufgrund der wirtschaftlichen Risiken. Vielleicht auch beides. Wir hoffen, dass die anderen potenziellen Kunden, AOS, Dow und die Stadt Stade, ihre Position zu der Großfeuerungsanlage überdenken und denselben Schluss wie Airbus ziehen.”

Ein Sprecher der Firma Hansekraft argumentierte im Stader Tageblatt mit einer geplanten CO2-Abscheidung. Bislang ist es jedoch weltweit noch keinem Betreiber eines Biomasse(heiz)kraftwerks gelungen, CO2 verlässlich im kommerziellen Maßstab abzuscheiden. Zudem ginge die CO2-Abscheidung mit erheblichen Kosten einher.

“Was Hansekraft zu einer angeblich geplanten CO2-Abscheidung sagt, ist wenig glaubwürdig”, sagt Almuth Ernsting von Biofuelwatch. “Die Firma und deren Vorstandsmitglieder haben keine Erfahrung mit dieser Technologie und haben bislang auch kein Partnerunternehmen dafür bekannt gegeben. Wenn Hansekraft wirklich versuchen sollte, CO2 abzuscheiden, würden die Kosten der Fernwärme und des Prozessdampfs noch erheblich steigen.”

Jana Ballenthien, Waldreferentin von ROBIN WOOD ergänzt: “Die Waldökosysteme brechen zusammen unter dem menschengemachten Klimawandel, den Stickstoffeinträgen aus Industrie, Agrarwirtschaft und Industrie und einer intensiven Forstwirtschaft. Die Bedarfe an Holz steigen in allen Sektoren. Für unser aller Überleben müssen wir achtsam mit unseren Wäldern und ihren Rohstoffen umgehen! Große Holzheizkraftwerke sind absolut aus der Zeit gefallen.”