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Holz verfeuern für Zement?

February 24, 2026

Zementhersteller plant neue Anlage für die Produktion schwarzer Holzpellets in Rüdersdorf bei Berlin / Umweltorganisationen warnen vor Schäden für Wälder und Klima

Gemeinsame Pressemitteilung von ROBIN WOOD, Biofuelwatch und NABU

Cemex Zementwerk in Rüdersdorf, Foto: Zavijava2, Wikimedia Commons

24. Februar 2026Der Zementhersteller Cemex und das Entsorgungs-Unternehmen Alba wollen in Rüdersdorf bei Berlin schwarze Holzpellets herstellen, die weltweit noch kein Unternehmen erfolgreich auf den Markt gebracht hat. Die Pellets sollen aus 110.000 Tonnen Altholz hergestellt werden, das gut noch für andere Zwecke, etwa für die Produktion von Spanplatten, nutzbar wäre. Für ihr Pellet-Projekt haben Cemex und Alba gemeinsam eigens das Unternehmen Alce gegründet.

Die Umweltorganisationen ROBIN WOOD, NABU und Biofuelwatch kritisieren, dass das Verbrennen solcher Pellets Wald und Klima enorm schadet und diese Ressourcen-Verschwendung gegen das Prinzip der Kreislaufwirtschaft verstößt. Sie haben heute ein neues Infopapier über die Auswirkungen und Risiken dieses Projekts veröffentlicht. Darin warnen sie auch vor den Störfallrisiken, die mit der Technologie der Torrefizierung einhergehen. 

Die schwarzen Pellets sollen in der Zementproduktion von Cemex die Kohle ersetzen. Doch die direkten CO2-Emissionen sind bei der Verbrennung solcher Holzpellets nicht geringer als beim Verbrennen von Kohle. Zudem steigt der Druck auf die Wälder, da das Altholz dann nicht für die Produktion von Spanplatten zur Verfügung steht und dafür stattdessen mehr Bäume gefällt werden müssten.

„Der Wald setzt deutschlandweit inzwischen mehr CO2 als er speichern kann. Die Wälder sind geschwächt durch die Klimakrise, Schadstoffe und den intensiven Holzeinschlag”, sagt Jana Ballenthien, Waldreferentin von ROBIN WOOD. „Die Situation ist bereits alarmierend. Das geplante neue Pelletwerk in Rüdersdorf würde sie weiter verschärfen. Was wir stattdessen brauchen, ist eine schonende Waldbewirtschaftung und vor allem keine Verbrennung des wertvollen Rohstoffes Holz.”

Eric Häublein, Bioenergiereferent vom NABU, fügt hinzu: „Gerade in der Region Berlin-Brandenburg werden extrem große Mengen an Altholz – das meiste davon stofflich nutzbar – verbrannt und die Nachfrage soll noch weiter steigen. So werden in Berlin gleich drei neue Heizkraftwerke geplant, die alle Altholz verbrennen sollen. Der NABU lehnt zwar die Nutzung von Biomasse in der Zementindustrie nicht prinzipiell ab, aber dabei darf es sich nicht um stofflich nutzbares Holz handeln, wie es hier geplant ist.”

Neben den negativen Auswirkungen auf Klima und Wald geht die Technologie der Torrefizierung von Holz mit einem hohen Störfallrisiko einher. 

„Die Störfallrisiken scheinen ein Hauptgrund dafür zu sein, dass es weltweit bislang noch keinem Unternehmen gelungen ist, solche schwarzen Pellets auf den Markt zu bringen”, sagt Almuth Ernsting von Biofuelwatch. „Diesem neuen Störfall-Risiko würden die Anwohner*innen in Rüdersdorf und Angestellte am Zementwerk ausgesetzt.”

Biofuelwatch
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